Lesen ist eine der Schlüsselkompetenzen für schulischen Erfolg. Gemeint ist damit aber nicht das „schöne“ Vorlesen, sondern die Fähigkeit, geschriebener Sprache Informationen zu entnehmen und diese anzuwenden. Wenn Lesen dann auch noch so viel Spaß macht, dass es freiwillig gemacht wird - umso besser. Aus meiner Erfahrung als Lehrer für Sonderpädagogik hat sich eine Übungsform hierfür als besonders nützlich erwiesen. Auch wenn die Bezeichnung vor allem für einen einfachen Logiklevel (1 Gehirn) formell falsch ist, ist diese Übungsform den meisten Schülern als „Logicals“ bekannt. Sie vereinen das Lesen als Fertigkeit, die Sinnentnahme, Konzentration und die Nutzung des Arbeitsgedächtnisses gemeinsam (und zumindest für viele Schüler) mit intrinsischer Motivation.
Worin liegt nun der Vorteil, Logicals als App und nicht in Papierform anzubieten? Aus dem Alltag kennt fast jeder Lehrer das Problem: Viele Kinder suchen für jeden kleinen Arbeitsschritt die Rückmeldung des Lehrers. Diese Rückmeldung können Apps geben und den Lehrer somit entlasten, um sich um echte inhaltliche Hilfestellungen zu kümmern. Ein weiterer Vorteil liegt in der Geschwindigkeit des Ausmalens. Während in der analogen Form der Logicals besonders Schüler mit einer eher geringen Anstrengungsbereitschaft relativ wenig Zeit mit dem Lesen verbringen, aber sehr viel Zeit auf ein übertrieben präzises Ausmalen der Bilder aufwenden, ist dies in der App-Version nicht möglich. Mit einer Berührung ist das Ausmalen eines Elements der Zeichnung abgeschlossen. Der Anteil der Lesezeit erhöht sich dadurch enorm. Nicht zuletzt ist erfahrungsgemäß der Einsatz der (sogenannten) neuen Medien an sich bereits ein riesiger Motivator und veranlasst Schüler, die sich sonst in einer Stunde durch ein einziges Logical in Papierform quälen, dazu, in der interaktiven App-Version ein Vielfaches zu schaffen. Und viel hilft viel - denn Lesen lernt man nicht durch liegende Achten, isolierte Konzentrationsübungen und anderen Hokuspokus. Lesen lernt man durch Lesen!
Schwierigkeitsgrade Lesen
Die Einteilung der Lesestufen wurde bereits unter „Anleitung“ vorgestellt. Die Einordnung der Texte erfolgte ursprünglich streng nach LIX (Lesbarkeitsindex). Für die meist relativ kurzen Texte hat sich dieser als einziges Kriterium jedoch nicht bewährt. In über einem Jahr der Erprobung der älteren Level (noch als interaktive Homepage, bevor in den Sommerferien 2019 daraus die ursprüngliche App „Logicals Grundschule“ entstand) wurden einzelne Level abweichend vom reinen LIX in andere Lesestufen eingeordnet. Dennoch bleibt die Trennschärfe zwischen den beiden ersten Lesestufen unschärfer als zur dritten Lesestufe. Hier liegt die Schwierigkeit unabhängig von der textuellen Oberflächenstruktur oft auch darin, wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden, Pronomen konkreten Nomen zuzuordnen oder festzustellen, wer bei wörtlichen Reden der Sprecher ist.
Schwierigkeit Logik
Die Einteilung der Logikstufen wurde ebenfalls bereits unter „Anleitung“ erläutert. Erwähnenswert bleibt hier noch: In der ersten Logikstufe (1 Gehirn) lassen sich die Texte immer linear von oben nach unten auswerten. Somit handelt es sich nicht um Logicals im eigentlichen Sinn. Besonders in Kombination mit der dritten Lesestufe gibt es einige Level, die mit drei Gehirnen gekennzeichnet sind, obwohl sie fast komplett linear lesbar sind und somit ebenfalls eigentlich gar keine Logicals sind. Diese Einordnung ist anderen Faktoren geschuldet. Teilweise hängen sie mit Schwierigkeiten zusammen, die sich aus der dritten Lesestufe ergeben. Oft müssen mehrere im Text verteilte Informationen gleichzeitig beachtet werden. Die Speicherdauer des Kurzzeitgedächtnisses wird dadurch überstiegen, was ein erneutes, gezieltes Nachlesen erfordert und die Schwierigkeit so erhöht.